Artikel zu dem Schlagwort 'Amazonas-Gebiet'

Ein Stück Regenwald kaufen, um das Weltklima zu retten

Ein zweischneidige Sache, kommentieren Fachleute, die sich mit der Thematik Regenwald kaufen, beschäftigen. Die Befürworter dieser Vorgehensweise setzen alles daran, beispielsweise mithilfe von Amazonas-Zertifikaten zu verhindern, dass Regenwald weiter abgeholzt oder brandgerodet wird. Die Abholzung diene nur einem minimalen, kurzfristigen Profitdenken, argumentieren sie. Wer den Regenwals brachial rode, der trage nur zur weiteren Verschlechterung des Klimas bei. Die Experten sind überzeugt, dass mehr als 1.000 Tonnen Kohlendioxid in die Erdatmosphäre gelangen, wenn auch nur ein Hektar Regenwald brandgerodet wird.

Wie offizielle Behörden in Brasilien verlautbaren, wurden von Mitte 2007 bis Mitte 2008 rund 1,2 Millionen Hektar Regenwald vernichtet. Hinzu kommt, dass im Amazonas-Gebiet an die 30.000 verschiedene Pflanzen und 18.000 Fischarten beheimatet sind, die angesichts der in Mitleidenschaft gezogenen Atmosphäre auch Schaden nehmen könnten. Die Überlegungen der Retter des Regenwaldes gehen dahin, dass Konzerne, die ihre Emissionsgrenzen überschreiten, in Form von Amazonas-Zertifikaten Regenwald kaufen und auf diese Art ihre Ökobilanz aufpolieren.

Natürlich muss man auch an die Menschen, die in Regenwald-Regionen leben, denken. Sie leben größtenteils von dem, was auf den Flächen angebaut wird. Oft sind auch die Besitzverhältnisse in diesen Ländern nicht eindeutig geklärt, was den Kauf von Grundstücken erschwert und rechtlich im luftleeren Raum hängen lässt. Schließlich nutzt eine Urkunde, die bescheinigt, dass man sich an dem Projekt „Regenwald kaufen“ beteiligt hat, wenig, wenn nicht überprüft werden kann, ob unberechtigte Nutzung, sprich Ausbeutung, stattfindet. Meist ist ein Quadratmeter Regenwald zwar billig, teuer wird es dann, wenn Sicherungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Landkauf in die Wege geleitet werden müssen.

Nichtsdestotrotz haben sich zahlreiche Initiativen gegründet, die Regenwald-Rettungs-Aktionen unterstützen. Für einen finanziellen Beitrag bekommt man eine Patenschafts-Urkunde, die sowohl die Größe des Waldes als auch den Betrag aufführt. Auch mit anderen Ideen macht beispielsweise das Regenwald-Institut auf die Notwendigkeit, etwas zu tun, aufmerksam: Denkbar ist hier vieles, vom Schulungszentrum für nachhaltige Land- und Forstwirtschaft über Schau- und Versuchsgärten bis hin zum Ökotourismus.